CMD – Craniomandibuläre Dysfunktion
Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) bezeichnet Fehlfunktionen und Schmerzen im Bereich von Kiefergelenk, Kaumuskulatur und umliegenden Strukturen. Sie hat häufig direkte Auswirkungen auf Schlucken, Aussprache und Stimmqualität – und ist ein klassisches Schnittstellenthema zwischen Logopädie, Kieferorthopädie und Zahnmedizin.
Was ist CMD?
CMD umfasst funktionelle Störungen und Schmerzzustände des Kiefergelenks, der Kaumuskulatur sowie der umliegenden Strukturen. Sie äußert sich in Kieferknacken, Schmerzen beim Kauen, Verspannungen im Gesichts- und Schulterbereich sowie eingeschränkter Kieferöffnung.
Die logopädische Relevanz liegt in der engen Verbindung zwischen Kaumuskulatur, Schluckmuster und Zungenfunktion: Ein gestörtes Schluckmuster (myofunktionelle Störung) kann CMD begünstigen – und umgekehrt.
Logopädische Auswirkungen
- Verändertes Schluckmuster durch Kieferfehlstellung oder Muskeldysbalance
- Eingeschränkte Zungenbeweglichkeit und Artikulationsgenauigkeit
- Erhöhte Muskelspannung mit Auswirkung auf Stimmqualität und Stimmsitz
- Schmerzen beim Sprechen oder Kauen
- Häufig begleitend: Kopfschmerzen, Nackenverspannungen, Ohrgeräusche (Tinnitus)
Ursachen
- Fehlbiss oder kieferorthopädische Auffälligkeiten
- Myofunktionelle Störungen (falsches Schluck- und Ruhemuster)
- Chronische Muskelüberlastung durch Pressen oder Knirschen (Bruxismus)
- Einseitige Belastung beim Kauen
- Stress und psychosomatische Faktoren
Unser Therapieansatz
Die logopädische Therapie bei CMD konzentriert sich auf die Normalisierung des Schluckmusters, die Entspannung der Kaumuskulatur sowie die Verbesserung der Zungenfunktion und Lippenkraft.
Da CMD ein interdisziplinäres Störungsbild ist, arbeiten wir eng mit Kieferorthopäden, Zahnärzten und bei Bedarf Physiotherapeuten zusammen. Unsere Praxisräume in der Lachhansa Praxis Erding ermöglichen kurze Wege zur Kieferorthopädie und Kinderzahnheilkunde.
Therapieverlauf
- 1Befunderhebung: Kaumuskulatur, Kieferbeweglichkeit, Schluckmuster, Zungenruhelage
- 2Abstimmung mit behandelnden Kieferorthopäden oder Zahnärzten
- 3Muskelentspannungsübungen und Selbstmassage
- 4Myofunktionelle Therapie: Schluckmuster, Zungenruhelage, Lippenkraft
- 5Stressreduktion und Körperwahrnehmung
- 6Verlaufskontrolle und interdisziplinäre Rückmeldung
Häufige Fragen
Wer behandelt CMD – Zahnarzt, Kieferorthopäde oder Logopädie?
CMD wird meist interdisziplinär behandelt. Zahnärzte und Kieferorthopäden behandeln die Okklusion und können Aufbissschienen anpassen. Die Logopädie behandelt die myofunktionellen Anteile: Schluckmuster, Zungenfunktion und Muskelbalance. Bei Bedarf ist Physiotherapie für Nacken und Schultern sinnvoll.
Kann eine Aufbissschiene allein CMD heilen?
Eine Schiene entlastet das Kiefergelenk und lindert Symptome, behebt aber nicht die Ursache, wenn ein falsches Schluckmuster oder eine myofunktionelle Störung vorliegt. Logopädische Therapie wirkt ursächlich an der Muskulatur und den Bewegungsmustern.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Logopädische Therapie bei CMD ist mit ärztlicher Heilmittelverordnung durch die gesetzliche Krankenkasse erstattungsfähig, wenn eine myofunktionelle Störung vorliegt. Die Verordnung stellen HNO-Ärzte, Kieferorthopäden oder Zahnärzte aus.
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