Unterstützte Kommunikation
Unterstützte Kommunikation (UK) richtet sich an Menschen, die nicht oder kaum lautsprachlich kommunizieren können. Sie umfasst alle Strategien, Hilfsmittel und Techniken, die die Kommunikation ergänzen oder ersetzen – von Gebärden und Bildkarten bis hin zu elektronischen Sprachausgabegeräten.
Was ist Unterstützte Kommunikation?
Unterstützte Kommunikation (UK), international als Augmentative and Alternative Communication (AAC) bekannt, ist kein Ersatz für Sprache – sondern eine Erweiterung aller vorhandenen Kommunikationsmöglichkeiten.
Jeder Mensch kommuniziert: durch Blicke, Mimik, Gesten, Laute oder Berührungen. UK baut auf diesen natürlichen Ausdrucksmitteln auf und ergänzt sie durch systematische Hilfsmittel, die individuell angepasst werden.
Für wen ist UK geeignet?
UK richtet sich an Menschen mit sehr unterschiedlichen Diagnosen und Hintergründen:
- Autismus-Spektrum-Störungen (ASS)
- Verbale Entwicklungsdyspraxie (Childhood Apraxia of Speech)
- Down-Syndrom und andere genetische Syndrome
- Selektiver Mutismus
- Schwere Sprachentwicklungsstörungen
- Erworbene Kommunikationsstörungen (z. B. nach Schlaganfall, ALS, Locked-in-Syndrom)
Kommunikationsmittel im Überblick
UK nutzt körpereigene, nichtelektronische und technische Hilfsmittel:
- Körpereigen: Gesten, Mimik, Blick, Gebärden (z. B. GuK, Makaton)
- Nichtelektronisch: Bildkarten, PECS® (Picture Exchange Communication System), Kommunikationsbücher
- Elektronisch (High-Tech): Sprachausgabegeräte (Talker), Tablet-Apps (z. B. Proloquo2Go, METACOM), Augensteuerungssysteme
Selektiver Mutismus
Selektiver Mutismus ist eine angstbedingte Kommunikationsstörung, bei der Betroffene in bestimmten sozialen Situationen nicht sprechen, obwohl sie es in vertrauter Umgebung können.
Die Therapie erfordert ein spezifisches Vorgehen: angstfreie Kommunikation aufbauen, graduierte Annäherung an Sprechangst-Situationen. Unsere Praxisinhaberin Paula Kasischke ist zertifizierte Mutismus-Therapeutin nach DortMuT®.
Unser Ansatz
Am Anfang steht die Kommunikationsdiagnostik: Was kann die Person bereits? Welche Modalitäten stehen zur Verfügung? Was sind die Ziele in Alltagssituationen?
Wir arbeiten systembezogen: Familie, Schule, Kita und Betreuungseinrichtungen werden einbezogen, damit UK in allen Lebensbereichen genutzt werden kann – nicht nur in der Therapiestunde.
Therapieverlauf
- 1Kommunikationsdiagnostik und Bedarfsermittlung
- 2Gemeinsame Hilfsmittelauswahl und ggf. Hilfsmittelversorgung (Krankenkasse)
- 3Einführung und Training des Kommunikationsmittels
- 4Transfer in Alltag, Kita, Schule
- 5Schulung und Beratung für Bezugspersonen
- 6Regelmäßige Anpassung des Systems
Häufige Fragen
Verhindert Unterstützte Kommunikation das Sprechen?
Nein – das ist ein verbreiteter Mythos. Studien zeigen, dass UK die Lautsprachentwicklung eher fördert als hemmt. Wenn Kommunikation gelingt, sinkt der Druck und die Motivation zum Sprechen steigt.
Mein Kind hat Autismus – ist UK für es geeignet?
UK ist einer der am besten erforschten Ansätze bei nicht- oder wenig sprechenden Menschen mit Autismus. Ob ein Kind von UK profitiert und welches Hilfsmittel passt, klären wir im individuellen Erstgespräch.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Talker und Kommunikations-Apps?
Elektronische Kommunikationshilfen (Talker) sind Hilfsmittel der gesetzlichen Krankenversicherung und werden mit Kostenvoranschlag und ärztlicher Verordnung beantragt. Wir unterstützen Sie bei der Antragstellung und Hilfsmittelversorgung.
Was ist DortMuT® und was hat es mit selektivem Mutismus zu tun?
DortMuT® ist ein evidenzbasiertes Therapiekonzept für selektiven Mutismus, entwickelt an der TU Dortmund. Es arbeitet mit graduierter Annäherung in realen Situationen und bindet das soziale Umfeld aktiv ein. Unsere Praxisinhaberin Paula Kasischke ist zertifizierte Mutismus-Therapeutin nach DortMuT®.
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